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Alt 15.05.2012, 18:06   #1
Dead_Cow
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Standard Facebook geht Freitag an die Börse: Platzt die nächste Blase?

Facebook geht Freitag an die Börse: Platzt die nächste Blase?


Die meisten deutschen Privatanleger werden zunächst keine Wertpapiere kaufen können.
Wir haben uns dennoch erkundigt:
Wiederholt sich der Effekt der Telekom- Aktie, die nach dem Börsenstart in den Keller fiel?
Droht mit Facebook die nächste Internet-Blase zu platzen?
Was wird sich durch den Börsengang von Facebook für die Nutzer ändern?
Am Freitag geht es los:
Die Facebook Aktie wird zum ersten Mal an der Börse gehandelt.
Der Rummel um den Börsenaspiranten Facebook ist immens.
Wegen der starken Nachfrage ist die Aktie bereits stark überzeichnet,
wie von der Nachrichtenagentur Reuters zu erfahren war.
Der Konzern will mit dem Börsengang 11,7 Milliarden Dollar (umgerechnet 9 Milliarden Euro) einnehmen,
nach Abzug aller Kosten bleiben wohl immer noch mehr als fünf Milliarden Euro übrig.
Insgesamt würde das Unternehmen mit knapp 90 Milliarden Dollar bewertet werden.
Warum Facebook an die Börse will, ist offensichtlich.
Seit dem Jahr 2004 erhielt man vor allem Geld von Risikokapital-Gebern und großen Investmentfonds.
Diese hoffen mit dem Börsengang auf eine Auszahlung ihrer bislang getätigten Investitionen.
Facebook hofft mit dem Börsengang zudem auf neue Finanzmittel, mit denen neue Projekte angeschoben werden könnten.

Als deutscher Privatanleger hat man äußerst schlechte Chancen, die Aktien zu zeichnen.
Da hilft es auch nicht, dass die Deutsche Bank zu dem 33 Mitglieder umfassenden Bankenkonsortium gehört,
welches Facebook bei seinem Schritt an die US-Technologiebörse Nasdaq begleitet.
Selbst wenn die Deutsche Bank wollte, sie dürfte die Facebook-Aktien hierzulande privaten Anlegern gar nicht anbieten.
Bei institutionellen Anlegern ist dies hingegen anders.
Von einer Firma, welche sich auf Vermögensverwaltung spezialisiert hat, war zu erfahren,
dass ihr die Facebook-Aktien bereits letzte Woche schriftlich zur Zeichnung angeboten wurden.
Als Privatanleger in Deutschland könnte man nur aktiv werden,
sofern man zufällig ein Konto beim US Onlinebroker Etrade besitzt.
Aber auch hier gilt: Die Aktie ist vielfach überzeichnet.
Jeder Anleger wird am Ende nur einen Bruchteil der bestellten Aktien erhalten.
Wer dabei nicht das nötige „Kleingeld“ bereit hält, braucht sich keine Hoffnungen zu machen.
In dem Fall würde die Order nicht angenommen.

Der Analyst Frank Samirae glaubt, entscheidend werde nicht nur der Ausgabepreis sein,
welcher derzeit noch nicht feststeht, sondern insbesondere der Handelsauftakt der Aktie.
Negativbeispiele gab es diesbezüglich zu Hauf.
Anleger sollten nicht nur die Börsengänge von Ebay, Google und Co. im Hinterkopf haben
und auf immense Kursgewinne hoffen.
Wo Licht ist, da fällt auch jede Menge Schatten.
Ein Beispiel hierfür war seinerzeit die Aktie der Deutschen Telekom,
welche in einem unheimlichen Hype zunächst versprach, alle Anleger glücklich zu machen.
Später wurden die Hoffnungen wieder zunichte gemacht.
Dies war kein Einzelfall.
Auch in jüngster Vergangenheit enttäuschten Börsenneulinge wie Groupon oder Pandora zahlreiche Anleger.

Wer profitieren will, muss überlegen, ob er kurz- oder langfristig investieren kann und will.
Kurzfristige Anlagen benötigen den handelbaren Call Optionsschein.
Wer längerfristig Geld anlegen will, muss sich zunächst überlegen,
ob Facebook grundsätzlich betrachtet ein gutes Unternehmen ist.
Wird es dem sozialen Netzwerk wirklich gelingen, in der bisherigen Geschwindigkeit weiter zu wachsen?
Womit will man künftig Umsätze generieren?
Ist das Geschäftsmodell schlüssig und sinnvoll?
Bei einem geschätzten Börsenwert des Unternehmens von über 90 Milliarden Dollar
wäre Facebook so groß wie Siemens, RWE, ThyssenKrupp und Lufthansa zusammen.

Die hohe Bewertung ist vor allem eines: Eine Spekulation auf die Zukunft des Unternehmens.
Investoren hoffen, dass das Facebook bald eine Multimilliarden-Dollar-Idee findet
- oder mit den zuletzt angestoßenen Neuerungen bereits gefunden hat.
Es wird also auf ein Geschäftsmodell spekuliert, das rasantes Wachstum nicht nur bei den Nutzerzahlen ermöglicht,
sondern auch bei Umsatz und Gewinn.
Tatsächlich ist das nicht völlig abwegig. Google hat es vorgemacht.
Facebook ist heute in einer ähnlichen Ausgangsposition wie einst Google.
Mehr als 900 Millionen Nutzer weltweit haben sich in dem sozialen Netzwerk angemeldet,
viele von ihnen geben dort zur Freude des Konzerns immer mehr von ihren persönlichen Daten preis.
Läuft es wie bei Google, würden die Anleger gewinnen.
Die Google-Aktien wurden am 19. August 2004 zum Preis von 80 bis 85 Dollar ausgegeben.
Die Aktien kosten heute mehr als 600 Dollar. Unter den Ausgabepreis ist Google bisher nie zurückgefallen.
Interessant bleibt das soziale Netzwerk, sollte man sich weitergehend als neuer Kommunikationskanal etablieren.
Facebook könnte sich weiter in den Alltag der Menschen integrieren.
Telefonieren und E-Mailen könnte permanent durch weitere Angebote ergänzt werden.

Auf der anderen Seite warnen viele Kritiker vor einer Wiederholung des Telekom-Effekts Mitte der 1990er Jahre.
Der Börsengang am Freitag könnte möglicherweise schon den Gipfel des Erfolges darstellen.
Heute liegt der Wert der Telekom je Aktie deutlich unter 10 Euro.
Das ist ein extrem kleiner Bruchteil von dem, was die Aktie einmal an Wert hatte.
Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die sonst nie an der Börse handelten, machten mit Telekom-Aktien Verluste.
Gefahr droht auch von der Gesetzgebung.
Sollten die Staaten vermehrt ihre Datenschutzrichtlinien verschärfen,
würde dies das Geschäftsmodell vermehrt in Frage stellen.
Weniger Informationen resultieren in einer weniger genauen Werbung und somit in einer Schmälerung des Gewinns.

Wir haben in den letzten 10 Jahren schon viele Unternehmen im IT-Bereich kommen und gehen sehen.
Man denke an AOL, Lycos, die einst beliebte Suchmaschine Fireball oder die Homepage-Community Tripod.
Wer spricht heute noch von „Second Life“, obwohl es lange vor Facebook ans Netz ging?
Niemand weiß wirklich, wie es mit Facebook weitergehen wird.

Zumindest für die Nutzer ändert sich erst einmal nichts.
Durch das frische Kapital dürfte die Anzahl der Funktionen und zusätzlichen Dienste weiterhin rasant ansteigen.
Geschäftsführer Mark Zuckerberg hat zudem im Vorfeld dafür gesorgt,
dass er seinen bisherigen Einfluss auf alle wichtigen unternehmerischen Entscheidungen behält.
Ein Verkauf der Nutzerdaten an einen neuen Eigentümer ist auch vorerst nicht zu befürchten.
Von daher bleibt auf Nutzerseite zunächst alles, wie es ist.


Quelle
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... reality.sys corrupted ... reboot universe ...

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